Wie ich zum Journaling kam....


ZUNÄCHST VORWEG...

Ich habe mich während meiner Berufslaufbahn an meinen Vorgesetzten orientiert, habe mir Dinge abgeschaut, gelernt, für gut oder schlecht befunden.


Zeitmanagement-, Lern- und Organisationsseminare besucht.

Kapituliert – das gebe ich offen zu – habe ich bei der Methode der Japanerin Marie Kondo. Einfach weil ich denke, dass das Finanzamt was dagegen hat, wenn ich nur Dinge behalte, die

mir Freude bereiten.


Ich würde behaupten, ich war schon recht gut organisiert und konnte so ein gutes Arbeitspensum schaffen. Manchmal sogar besser organisiert, als ich selbst von mir dachte. Das machte sich bemerkbar, wenn ich anfing Dinge zu suchen und diese sich dort fand, wo diese auch hin gehörten.


Als ich in die Selbstständigkeit wechselte, ging ich zunächst genauso daran wie in meinem Angestelltendasein. Ich arbeitete viel und schaffte viel, erkannte aber, dass ich vor ganz andere Prioritäten gestellt wurde und auch Entscheidungen treffen musste, die mich vor die Wahl des Geld Verdienens oder Service am Kunden stellten.


Gerne hätte ich 24 Stunden gearbeitet und gelebt, um allem in meinem Leben

gerecht zuwerden.


Erfolg im Beruf, Erfolg in der Partnerschaft, Erfolg in der Familie, Erfolg, Erfolg, Erfolg…

Mehrzuarbeiten und den Schlaf zu kürzen, war vorübergehend möglich –

Ich sage es gleich: Es ist nicht die Lösung!




Dieser allseits gern zitierte Satz: „Selbst und ständig“ –

schmiert ihn Euch hinter die Ohren und am besten nicht einmal dorthin.

Niemand kann alles selbst und niemand kann ständig, es sei denn er möchte

frühzeitig ins Grab.


Nach einem gesundheitlichen Warnschuss und entsprechende Fälle in meinem Umkreis, wusste ich, dass etwas anders werden musste.

Mittlerweile war es so, dass wenn ich meine To-Do Listen sah, ich regelrecht

gelähmt war.

Wie soll ich das schaffen?! Montags dachte ich schon, wie kann ich das bis zum Wochenende überhaupt bearbeiten, wie überlebe ich diese Woche??

Ich sah also immer nur das was ich nicht schaffte und was vor mir lag, registrierte aber nicht mehr was ich bereits geleistet hatte.


Freilich war dies alles nicht von heute auf morgen so- Der Beruf, etwas zu tun, was mich erfüllt, ist für mich nach wie vor eine der schönsten Dinge der Welt, was ich immer noch als großes Glück empfinde - die Frustration kam schleichend und von mir selbst unbemerkt.





Die Ziele auf die ich hinarbeitete erschienen mir wie einer eine Zahlenwelt, ich hatte keinerlei Verbindung dazu, außer rationelles Denken, aber verinnerlicht habe ich es nicht wirklich. Ich habe es halt getan, weil man nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten es so tut.


Per Zufall bin ich also auf einen Vortrag zum Thema Bullet Journaling gestossen- das sah alles sehr bunt und kreativ aus- es erinnerte mich etwas an die Do-it-Yourself Bastelkurse, in denen man Dinge auf shabby chic trimmen kann. Ganz hübsch, aber was soll mir das praktisch bringen?



Heute weiß ich, das jedes Journal anders aussieht und keineswegs einem Hippiebus gleichen muss. Die einzelnen Module und die Art und Weise wie man es handhabt bleibt jedem Bedürfnis selbst überlassen.


Und schon sind wir bei dem Besonderen eines Journals: Egal ob Unternehmer oder Hausfrau, ITler oder Künstler – es wird jeder Art von Leben, Aufgaben und Bedürfnissen gerecht.

Wer meine Grundeinstellung kennt „Es geht immer um den

Menschen und seine Bedürfnisse“, wird sich also nicht wundern, warum mich genau diese Technik so angezogen hat.

Ich selbst habe mittlerweile mehrere Journals und jedes ist anders.


Dabei geht es nicht nur um eine zeitplanerische oder sachliche Technik, damit man nichts vergisst- es geht auch darum, sich selbst die richtigen Fragen zu stellen und durch Reflexion sein Leben mit der wichtigen Säule des mentalen Seins, der Kraft der eigenen Emotionen und Werten zu untermauern.

Zu erkennen, ob die Ziele auf die man hin arbeitet wirklich die sind, die wir uns in der Tiefe unseres Herzens selbst wünschen oder ob wir einfach einer gesellschaftlichen Doktrin folgen.

Erscheint das Aufnehmen unserer Aufgaben und Ziele eine

reine sachliche Angelegenheit zu sein, sind die Emotionen und Herzensangelegenheiten

dahinter der Motor inklusive Treibstoff, der uns so leben lässt wie wir das

möchten.

Da ich gerne neue Dinge ausprobiere und mir der Nutzen von Apps und Software durchaus verständlich ist, habe ich selbstverständlich entsprechende Programme genutzt. Outlook, gmail, trello…wie sie alle heißen.


Effizient und effektiv wollte ich es haben. Zu guter Letzt bin ich wieder beim Schreiben angelangt.



Wer schreibt, der bleibt – so ist es in der Tat.


Niemals wäre ich auf die Idee gekommen, das der „Aufwand“ des Schreibens und Reflektierens mich näher an Effizienz und Effektivität bringt, als der Vorgang manuellerTechniken.


Die Reflexion ist ein Bestandteil meinesTages geworden und ich weiß genau,

was macht Sinn und was ist eine überflüssige Pflichtübung, die weder innerlichen noch äußerlichen Reichtum bringt. Der Sinn weswegen ich den Beruf des Immobilienmaklers und mittlerweile auch Coach gewählt habe, der mich so begeistert hat und nach wie vor so begeistert, ist mir jederzeit präsent.

Der Kern ist nicht die Sache an sich, sondern die Menschen, die Emotionen und

eine Verbesserung für die Leben anderer zubringen.

Das Prinzip des Journalings , hat für mich als Selbstständige, die Verabschiedung

von 2 Dokumentenmappen, uneffizienter IT und leerer Überstunden erwirkt. Dafür habe ich Lebensqualität, Lebenszeit, Kreativität und wirkliche Effizienz.

Im Übrigen, hat auch mein innerer Kritiker Ruhe gefunden.


Das Leben ist schön!






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